Lebende Beute

Gepostet von am Okt 23, 2012 in Hundeblog | 2 Kommentare

Lebende Beute

Bei unserem Spaziergang am Morgen hatte ich echt schlechte Laune.
Wir durften mal wieder nur ganz kurz von der Leine, da die Bauern ihre Felder bestellten. Frauchen hatte wohl Angst wir könnten unter die Traktorräder kommen. So ein Quatsch, wir hätten eher geholfen.

Einmal über die Felder geflitzt, und Holly und ich hätten das Feld schneller gepflügt, als der Bauer sein Trecker wenden kann.
Aber nein, keine Chance beim Bauern Eindruck zu schinden.
Dafür durften wir so doofe Suchspiele spielen.
Wo ist das Dummy versteckt? Wo sind die Leckerchen? Ach, Autoschlüssel verloren?
Anfängerquatsch, nenn ich das! Holly hatte ihren Spaß! Dummygeil halt!
Ich langweilte mich, wo blieb da die Aktion?
Ich bin ein Jagdhund, also will ich auch jagen und keine Dummys und Co suchen.
Als ich so über meine Situation nachdachte, da hörte ich plötzlich ein Geräusch unter dem Laub.
Meine Instinkte waren geweckte. Der Jäger in mir schaltete seine ganzen Synapsen an.
Meine Augen nahmen eine leichte Bewegung wahr. Das Laub bewegte sich unwesentlich. Ein leichter Tiergeruch stieg mir in die Nase.
Jetzt musste alles sehr schnell gehen. Mein Körper schnellte vor. Meine Schnauze vergrub sich blitzschnell unter die Blätter. Ich erwischte es sofort.
Es fühlte sich merkwürdig in meinem Fang an. Es war so klein und ängstlich.
Was nun?
“Finja, was frisst du da? Zeig mal!”
Frauchens Stimme klang so freundlich. Ob ich ihr meine Beute geben sollte? Nein, die gehört mir! Oder doch?
Sie freut sich ja immer so über ein Dummy, was wir sie erst für Augen machen, wenn ich ihr meine lebende Beute zeige?
“Finja, aaaauuuuuusssssss!”
Ja, ich werde es ihr schenken!
Frauchen kniete sich hin und öffnete ihre Handflächen. Ich ging zu ihr und spuckte das Tier in ihre Hände.
Oh, was machte sie für große Augen. Sie kreischte und reckte die Hände in die Höhe, dabei verlor sie ausversehen meine Beute.
Meine Güte, Frauchen freute sich ja wie bei einem Fußballspiel. Jetzt gab es bestimmt eine Belohnung.
“Das hast du aber Fein gemacht, Finja. Toll! Super!”
Nur der Gesichtsausdruck passte nicht ganz zu den Worten. Egal ich bekam einen Streifen getrockneten Schinken.
Und die kleine Babymaus krabbelte wieder zurück ins Gebüsch.
Ich war auch sehr stolz auf mich, denn ich ließ das Mausebaby am Leben und gab es ohne Probleme sofort an Frauchen ab.
Ich bin ein guter Jagdhund. ;-)

Eure Finja

 

2 Kommentare

  1. Hallo Bettina,
    so lustig geschrieben, dein Bericht :)
    Igitt, vor der Maus hätt ich mich auch geekelt….grrrr
    Aber Finja hat alles richtig gemacht :)
    L.G. Kerstin

    • Liebe Kerstin,
      danke für dein Lob.
      Finja geht anderes durchs Hundeleben als andere Hunde, deshalb sehen wir vieles nicht so Ernst und mit dem nötigen Humor. Das versuchen Finja, Holly und ich mit unseren Alltagsgeschichten rüberzubringen.
      Zuerst dachte ich Finja hätte mir ein Stück Plastik in die Hand gelegt…… bis das graue Etwas anfing sich zu bewegen, da war ich total erschrocken.
      Ich war so stolz auf meine Finja, weil es nicht unbedingt zu ihrer Art gehört etwas abzugeben. Und auf mich war ich auch stolz, das ich sie sofort gelobt habe, obwohl es mir fast die Sprache verschlagen hatte. :-)

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